Montag, 14. Juli 2014

[ #gesundheit ] Infektionen vermeiden: Auf Hygiene achten


Eine Mikrobe namens Ehec (Enterohämorrhagische Escherichia coli) versetzte Forscher und Gesundheitsbehörden im Frühsommer 2011 in Aufregung. Es handelte sich um eine besondere Art von Darmbakterien, wobei schwere Verläufe zu beobachten waren.

Die gemeldeten Krankheitsfälle zeigten eine ungewöhnliche Verschiebung bezüglich der betroffenen Altersgruppe: Während typischerweise Kinder unter 5 Jahren erkranken, waren nun vor allem Erwachsene, darunter viele Frauen, betroffen.

EHEC- Infektionen können Durchfallerkrankungen verursachen. Besonders gefürchtet sind die Keime, weil sie unter Umständen bei einem Teil der Erkrankten zu schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen führen können.
Krankeitssymptome. Bei den meisten Erkrankten tritt 3-4 Tage (seltener bis zu 10 Tage) nach der Ansteckung unblutiger, meistens wässriger Durchfall in Erscheinung, der von Übelkeit, Erbrechen und zunehmenden Bauchschmerzen, seltener von Fieber begleitet werden kann. Üblicherweise heilt die Erkrankung von selbst folgenlos aus. Eine EHEC- Infektion kann aber auch ohne Symptome verlaufen und unerkannt bleiben.

In etwa einem Fünftel der Erkrankungsfälle können sich als schwere Verlaufsform blutige Durchfälle mit krampfartigen Bauchschmerzen und teilweise Fieber entwickeln. In der Regel erkranken vor allem Säuglinge, Kleinkinder, alte Menschen und abwehrgeschwächte Personen häufiger schwer. Bei etwa jedem Zehnten bis Zwanzigsten der Erkrankten droht als Folge einer EHEC- Infektion das hämolytisch- urämische Syndrom (HUS), eine Erkrankung, die sich in Blutgerinnungsstörungen, einer Zerstörung der roten Blutkörperchen bis hin zum akuten Nierenversagen äußern kann.


Infektionen vermeiden: auf Hygiene achten

1. Schutz vor lebensmittelbedingten EHEC- Infektionen 
Aktuell empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung über die üblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und Gemüse hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren.

Wie die meisten Erreger von Lebensmittelinfektionen lassen sich auch EHEC- Bakterien durch Erhitzen abtöten, also durch Kochen, Braten oder Pasteurisieren (bei 70°C für 10 Minuten). Tiefgefrieren garantiert hingegen nicht, dass ein Lebensmittel vollständig frei von EHEC wird.  Zur Vermeidung lebensmittelbedingter Infektionen sind folgende Hygienemaßnahmen bei der Zubereitung von Speisen empfohlen.

  • Roh verzehrtes Gemüse und Obst gründlich waschen oder schälen.
  • Fleisch und Hackfleisch von Wiederkäuern vor dem Verzehr ausreichend erhitzen (mindestens 70° C für mehrere Minuten).
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter, Teller, Messer und Zangen benutzen.
  • Auf Rohmilch verzichten oder zumindest vor dem Verzehr abkochen.  
  • Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit Lebensmitteln gründlich reinigen und abtrocknen.
  • Wisch- und Handtücher nach der Zubereitung von Obst oder Gemüse und rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60° C waschen.
EHEC- Bakterien können wegen der fehlenden Wärmebehandlung auch vorkommen in:
  • streichfähigen Rohwürsten, zum Beispiel Zwiebelmettwurst, Teewurst, Braunschweiger;
  • Rohmilchkäse (verpackter Käse aus Rohmilch muss mit dem Wortlaut "mit Rohmilch hergestellt" gekennzeichnet sein);
  • unpasteurisiertem Apfelsaft.
Diese Lebensmittel sollten Sie vorsichtshalber meiden.

Außerdem:
  • Speisen und Getränke nur außerhalb von Tierställen und Gehegen verzehren.
  • Personen mit Durchfallerkrankungen sollten am besten keine Speisen zubereiten.
  • Das Risiko für lebensmittelbedingte Infektionen mit EHEC lässt sich mit diesen einfachen Mitteln senken. Eine vorbeugende Impfung gegen EHEC gibt es nicht.
2. Schutz vor Schmierinfektionen mit EHEC- Bakterien
Der Erreger kann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, vor allem durch eine sogenannte Schmierinfektion (fäkal-oral) aufgrund mangelnder Hygiene. Der beste Schutz gegen diese  Übertragung ist gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife und sorgfältiges Abtrocknen:
  • vor der Zubereitung von Speisen,
  • vor dem Essen,
  • nach dem Toilettengang
  • nach Kontakt mit Tieren.
Badegewässer, Planschbecken, Sandkasten. Vorsicht auch beim Baden in natürlichen Gewässern, die durch Tierkot verschmutzt sein können. Bei kleinen Kindern zudem auf sauberes Wasser im Planschbecken und unverschmutzten Sand im Sandkasten achten.

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