Sonntag, 10. Dezember 2017

[ #ernährung ] Deutsche Ernährungsstudie: Männer sind Fleischfresser, Frauen überfüttern sich mit Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel sind ein Verkaufsschlager für Drogerien und Apotheken. 

Geworben wird dafür mit einer angeblichen Unterversorgung. Doch die DEUTSCHE Nationale Verzehrsstudie II zeigt, dass gerade die Personen, die eine gute Zufuhr an Nährstoffen aufweisen, besonders häufig nach Vitaminen und Mineralstoffen in Tablettenform greifen. Dabei kann es auch zu einer Überversorgung kommen.

Auf Basis der repräsentativen Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) haben Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts ausgewertet, welche Vitamine und Mineralstoffe von der Bevölkerung in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel oder sogenannte Supplemente verwendet und welche Nährstoffmengen dadurch zugeführt werden. Unter Supplementen versteht man dabei alle nicht über Lebensmittel zugeführten Nährstoffe, also Nahrungsergänzungsmittel, aber auch Medikamente mit Vitamin- oder Mineralstoffzusatz, etwa Schmerzmittel mit Vitamin C. Es wurde zudem die Gesamtnährstoffzufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen betrachtet, die aus der Nährstoffzufuhr über Lebensmittel und Supplemente resultiert.

Zu Supplementen greift fast ein Drittel der Befragten – und das obwohl bei den meisten Vitaminen die mittlere Zufuhr den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entspricht oder diese sogar übersteigt. Im Alter von 35 bis 50 Jahren werden am meisten Supplemente eingenommen.

Es zeigte sich, dass obwohl in Deutschland im Allgemeinen ausreichend Nährstoffe über Lebensmittel aufgenommen werden, ein erheblicher Teil der Bevölkerung zu Supplementen greift (fast ein Viertel). Dabei nehmen gerade die Personen Supplemente, die bereits durch eine günstige Lebensmittelauswahl eine gute Nährstoffzufuhr haben. Dadurch steigt die jeweilige Nährstoffzufuhr erheblich, bis hin zu einer Überschreitung der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) angegebenen tolerierbaren Tageshöchstmenge. Ohne Berücksichtigung der zugeführten Nährstoffmengen über Supplemente ergab die Auswertung für die Gruppe der Supplement-Nehmer bei vielen über Lebensmittel zugeführten Nährstoffen eine höhere Zufuhr (z. B. an Folat, Magnesium) als bei Personen, die keine Supplemente verwenden.
Die Studie zeigt auch die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten von deutschen Männern und Frauen auf. So essen Männer doppelt soviel Fleisch, Wurstwaren und Fleischerzeugnisse wie Frauen. Täglich essen sie 103 Gramm davon. Bei Frauen landen pro Tag nur 53 Gramm auf dem Teller.
Die Auswertung zeigte, dass mehr Frauen als Männer Supplemente einnehmen (30 % vs. 19 %). Der Anteil der Supplementnehmer in der Bevölkerung liegt möglicherweise jedoch noch höher, da die unregelmäßige oder periodisch erfolgende Einnahme methodisch bedingt nicht erfasst werden konnte. Den geringsten Anteil an Supplement-Nehmern fanden die Wissenschaftler in der Gruppe der 15 bis 18-jährigen Frauen (10 %) und den 19-24-jährigen Männern (12 %), wohingegen der Anteil in der Gruppe der 65-80-jährigen bei beiden Geschlechtern am höchsten ist (Frauen: 46 %; Männer: 30 %). Sowohl von Männern als auch von Frauen werden am häufigsten die Vitamine C und E sowie die Mineralstoffe Magnesium und Calcium supplementiert.

Beurteilt wird die Versorgung auf Basis der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zusammen mit den entsprechenden Fachverbänden in der Schweiz und in Österreich herausgegebenen Referenzwerten (D-A-CH-Referenzwerte). Für Vitamin C, E, Niacin und Folsäure erreichen die Befragten allein durch Supplemente im Mittel zwischen 50 und 100 Prozent des Referenzwertes, für die Vitamine B1, B2 und B6 liegen sie sogar oberhalb des entsprechenden Wertes. Über Lebensmittel und Supplemente zusammen erreichen Supplement-Nehmer im Mittel bei allen untersuchten Nährstoffen (mit Ausnahme von Jod) die jeweiligen Referenzwerte beziehungsweise überschreiten diese teilweise erheblich. Bei den Vitaminen B1, B2, B6 und C sowie Vitamin B12 (bei Männern) beträgt die mittlere Gesamtnährstoffzufuhr etwa das Doppelte des D A CH Referenzwerts und bei Niacin das Dreifache. Die von der EFSA angegebene tolerierbare Tageshöchstmenge wird insbesondere überschritten bei Magnesium und Vitamin A (von 16 % bzw. 13 % der jeweiligen Supplement-Nehmer). Bei Jod ist zu beachten, dass zur Berechnung der Jodzufuhr die Zufuhr über jodiertes Speisesalz bzw. über damit hergestellte Lebensmittel nicht berücksichtigt wurde.

[ #VORkoster ]

Freitag, 8. Dezember 2017

[ #rezepte ] Sich gesund mit Geflügel ernähren

Geflügelfleisch spielt bei gesunder Ernährung eine wichtige Rolle. Es ist als gesund, fett- und kalorienarm sowie leicht verdaulich bekannt.

Das Geflügel zählt zu den ältesten Nutztieren der Menschen. Schon 4000 bis 5000 vor Christus wurde in Asien Hausgeflügel gehalten. Auch im alten Ägypten gab es Geflügelzucht. Aber so vielfältig wie heute war das Angebot noch nie. Geflügel zieht sich quasi als federführender Faden durch die kulinarische Geschichte der Völker. Ob Huhn, Truthahn (Pute), Gans oder Ente, Geflügel beflügelt heute auch den verwöhntesten Gaumen. Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Geflügelfleisch deckt den Tisch mit abwechslungsreichen Köstlichkeiten.


Die Agrarmarkt Austria bietet eine Webinformation über Geflügelfleisch von der Geschichte bis zu den Teilstücken und drei Broschüren, welche als PDF-Datei heruntergeladen werden können.


[ #VORkoster ]


Broschüre "Alles über Geflügel". In dieser 48-seitigen Broschüre finden Sie eine durchgehend illustrierte Auswahl der populärsten Geflügelfleischrezepte aus dem AMA-Kochbuch "Geflügel-Küche".
Schritt für Schritt erklärt - einfach zum Nachkochen -
mit zahlreichen Tipps und Tricks.

Allgemeines
Vorwort
Beflügelndes Geflügel
In der Ernährung kaum zu überflügeln
Geflügel, ein besonders hochwertiges Lebensmittel
Übersicht Nährstoffe
Qualität, die keine Federn lässt
Bardieren, spicken, dressieren
Die hohe Kunst des Füllens
Die hohe Kunst des Würzens
Teilstücke Huhn
Teilstücke Pute
Rezepte
Suppen
Salate
Schnelle Küche
Hausmannskost
Festtagsküche
Geflügel einmal anders
Rezeptübersicht
Truthahn-Frühlingssuppentopf/Hühnersuppentopf
Hühnersalat/Truthahnbrustsalat mit Ziegenkäse
Puten-Pilzpfanne mit Erdäpfelpuffer
Prinzessfilet in Whisky-Rahmsauce/
Hühnerbrüstchen in Champignon-Weißweinsauce
Huhn auf Zitronengras
Hühnerragout mit Basilikumsauce/
Prinzessfilet im Erdäpfelmantel
Brathuhn
Glacierte Truthahnflügel mit Buttergemüse/Putenroulade mit Gervais und Speck
Wiener Backhendl
Pute mit Maronifüllung
Bio-Freilandhendl auf Isabellatrauben-Weinessig-Sauce/
Truthahnschnitzel mit Salbei und Rohschinken
Szechuan Huhn/Klassisches Bami Goreng

[ #safety ] Google Jugendschutz-Center


Gemeinsam mit zahlreichen Partnern wie Deutschland sicher im Netz, klicksafe, fragfinn.de oder der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia bietet Google Informationen und Tipps zum Thema Medienkompetenzvermittlung sowie Erläuterungen zu Sicherheitseinstellungen.

Eltern müssen oft nach Inhalten suchen, die sich auch für Kinder und Jugendliche eignen. Mithilfe der Tools in der Seitenleiste können anstößige und explizite Inhalte aus der Google-Suche, aus YouTube-Videos, Google Play-Apps und anderen Diensten herausgefiltert werden. Zusätzlich sind viele andere Arten von Filtersoftware erhältlich. Mit etwas Recherche findet man wohl die richtige Option.

Natürlich ist es auch sehr wichtig, dass man mit den Kindern darüber spricht, was im Web angemessen ist. Durch die Kombination aus aufrichtigen Gesprächen und Onlinesicherheitstools kann man dazu beitragen, dass Nutzer aller Altersstufen das Internet als einen sicheren und angenehmen Ort erleben.
Google informiert auf dieser Webseite über spezifische Sicherheitseinstellungen von Google-Diensten. Aktuelle Informationen zu Google Street-View oder Chateinstellungen bei Google+ sind hier übersichtlich dargestellt. Andererseits stellen die Partner innerhalb des Google Jugendschutz-Centers Tipps bereit zu den Themen "Sicheres Surfen" , "Problematische Inhalte", "Cybermobbing" und "Jugendschutzprogramme", usw. Das Angebot verlinkt darüber hinaus direkt auf die Webseiten der Partner.
Außerdem stellt die Internetseite Interviews bereit, in denen Google-Mitarbeiter, die selbst Eltern sind, über ihre Erfahrungen mit den eigenen Kindern berichten und verlinkt zu Google-Diensten und deren Sicherheitseinstellungen.
[ #VORkoster ]


Mittwoch, 6. Dezember 2017

[ #safety ] Berg wandern: Vorsicht Stolperstein!

"Halbschuhtourist"
Betrachtet man die Unfallursache, so nimmt der Sturz auf Wegen und Steigen, etwa durch Ausrutschen oder Stolpern, mit 50 Prozent den ersten Platz ein. 

Obwohl unsere MitbürgerInnen über 60 Jahre nur rund 22 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind 44 Prozent der Verunfallten in Österreichs Bergen 60 Jahre und älter.
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[ #VORkoster ]

Montag, 4. Dezember 2017

[ #DIY ] Camera Obscura / Lochkamera bauen

Foto: Planet Schule © Planet Schule

Lochkameras kann man selbst aus Streichholzschachteln, Getränke- oder Keksdosen bauen und das Fotografieren mit der Camera obscura ist praktischer Physikunterricht.


Eine Lochkamera ist das einfachste Gerät, mit dem sich optische Abbilder erzeugen lassen. Sie benötigt keine optische Linse, nur eine dunkle Zelle und eine kleine verschliessbare Öffnung in der Frontwand, sowie lichtempfindliches Material auf der gegenüberliegenden Seite, um das entstandene Bild aufzunehmen.
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[ #VORkoster ]

[ #numismatik ] Gesamtverzeichnis der österreichischen Schillingmünzen von 1947 bis 2001

[Free eBook/PDF] Ein PDF-Verzeichnis der Österreichischen Nationalbank aller Schillingmünzen seit 1947. 

Neben Gewicht und Größe aller österreicheischen Schillingmünzen erfährt man auf 52 Seiten auch interessante Daten über Sondergedenkmünzenserien, Legierungen und Ausgabedaten.
  • Gold- und Silbermünzen des Österreichischen Hauptmünzamtes (bis 31. Dezember 1988) - Bundesgoldmünze - Silbermünzen
  • Gold- und Silbermünzen der Münze Österreich Aktiengesellschaft (ab 1. Jänner 1989) - Goldbullionmünzen - Sondergedenkmünzen - Münzen aus unedlen Metallen
  • Technische Beschreibung (Daten aller Schillingmünzen) - Gewicht - Legierung - Durchmesser - Rand - Stückgewicht - Annahmepflicht im Privatverkehr
  • Schillingmünzen mit abgelaufener Präklusivfrist
  • Adressen für den Schillingmünzentausch
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[ #VORkoster ]

[ #freizeit ] Lawinenwarndienst und Schneeberichte

Der Vorarlberger Lawinenlagebericht kann als App oder per Telefon (+43(0)5574 201 1588 ) abgerufen werden.
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[ #VORkoster ]

[ #feste ] Weihnachtszeit mit Barbarazweigen

Barbarazweige sind eine alte, fast vergessene Weihnachtstradition. Wenn die Blüten genau an Heiligabend aufgehen, verheißt das ihrem Besitzer nach altem Brauch im kommenden Jahr viel Glück. 

Barbarazweige sind Zweige von Obstbäumen, die nach einem alten Brauch am 4. Dezember, dem liturgischen Gedenktag der hl. Barbara in der römisch-katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirche (Barbaratag), geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt werden. Je nach Gegend und Brauchtum werden Kirsch-, Apfel-, Birken-, Haselnuss-, Rosskastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige verwendet. Sie sollen bis zum Heiligen Abend blühen und zum Weihnachtsfest die Wohnung schmücken.

Der Brauch geht auf eine Überlieferung von der Heiligen Barbara zurück, nach der sie auf dem Weg in das Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängenblieb. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie das Martyrium erlitt.

[ #VORkoster ]

Sonntag, 3. Dezember 2017

[ #recht ] Erbrecht in Österreich und der EU

Von Asio otus - Wikimedia, CC BY-SA 3.0
Am 1. Jänner 2017 ist in Österreich das neue Erbrecht 2017 in Kraft getreten. Seit 2015 hat auch die EU darauf Einfluss genommen.

Europäische Erbrechtsverordnung. Achtung, seit 17. August 2015 ändert sich diesbezüglich die Rechtslage in fast ganz Europa. Betroffen sind alle EU-Mitgliedstaaten, ausgenommen nur Großbritannien, Irland und Dänemark. Zukünftig bestimmt die neue EU-Erbrechtsverordnung, welches Erbrecht anzuwenden ist.

Es kommt nicht mehr auf die Staatsbürgerschaft an, sondern auf den gewöhnlichen Aufenthalt im Zeitpunkt des Todes. Dieser wird, vereinfacht gesagt, dort angenommen werden, wo man seinen familiären und sozialen Lebensmittelpunkt hat. Ankommen wird es auch auf die Dauer und die Regelmäßigkeit des Aufenthalts. Der gewöhnliche Aufenthalt bestimmt dann auch, welches Gericht für das Verlassenschaftsverfahren zuständig ist.

Österreichische Staatsbürger können aber durch sogenannte "Rechtswahl" das österreichische (Erb-)Recht wählen. Wenn die Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Brüssel hat und dort stirbt, wäre zwar grundsätzlich immer noch ein belgisches Gericht zuständig, es hätte aber jedenfalls österreichisches Recht anzuwenden.

[ #VORkoster ]




[ #textilien ] Baumwolle – der Stoff, der die Wüste macht

Die dramatischen Folgen der Wasserentnahme für den Baumwollanbau zeigen sich eindrucksvoll in Usbekistan. Das einstmals viertgrößte Binnengewässer der Erde ist heute in viele kleine Teile zerfallen und droht als Salzsteppe zu enden.

Baumwolle ist die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Naturfaser für Kleidungsstücke. Die Herstellung von Bekleidung aus Baumwolle ist jedoch mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Diese entstehen sowohl beim Anbau von Rohbaumwolle als auch bei deren Verarbeitung in der Textilindustrie. Die Rohbaumwolle hat beim Anbau einen sehr hohen Wasserbedarf und auch bei der Garnherstellung und der weiteren Verarbeitung werden große Mengen an Prozesswasser benötigt. Zudem entstehen durch den Einsatz von Chemikalien beim Anbau der Baumwolle (Düngemittel, Pestizide) und in der Verarbeitung (beim Bleichen, Färben, Bedrucken) große Mengen an verschmutzten Abwässern.

8,5 Tonnen Wasser für eine Tonne Baumwollfaser. Der Wasserbedarf der Rohbaumwolle hängt maßgeblich von den klimatischen Bedingungen in den Anbauländern ab. Bei den vier größten Anbauländern China, Indien, Vereinigte Staaten und Pakistan unterscheidet sich der Wasserbedarf der Baumwollpflanze – das ist das gesamte Wasser, das die Pflanze verdunstet – um den Faktor 4 (zwischen 2 000 Kubikmeter je Tonne Rohbaumwolle in China und 8 700 Kubikmeter in Indien). Im weltweiten Durchschnitt ergibt sich in Bezug auf die geerntete Rohbaumwolle ein spezifischer Wasserbedarf von rund 3 600 Kubikmeter je Tonne, in Bezug auf die daraus hergestellte Baumwollfaser ein Wasserbedarf von 8 500 Kubikmeter je Tonne. Rund die Hälfte des beim Anbau benötigten Wassers wird weltweit durch Niederschlagswasser (sogenanntes "grünes" Wasser), die andere Hälfte durch Bewässerungswasser aus Fließgewässern oder Grundwasser ("blaues" Wasser) abgedeckt. Diese Anteile unterscheiden sich jedoch zwischen den Anbauländern erheblich: Beispielsweise wird der Wasserbedarf in Indien überwiegend durch Niederschlagswasser, in Pakistan dagegen überwiegend und in Ägypten sogar ausschließlich durch Bewässerungswasser gedeckt.

Umweltbelastung. Das Bewässerungswasser verursacht in den Anbauländern – im Unterschied zum Niederschlagswasser – eine Reihe von erheblichen Umweltbelastungen. Sofern es Fließgewässern entnommen wird, führt es zu Eingriffen in bestehende Ökosysteme, die oftmals mit einer abnehmenden Regenerationsfähigkeit der Gewässer, mit einem Rückgang der Artenvielfalt, Versalzung der Böden und/oder einer Absenkung des Grundwasserspiegels verbunden sind. Wenn Bewässerungswasser durch Stauung von Fließgewässern – also durch Dammbauten – gewonnen wird, dann werden noch weitergehende gravierende Eingriffe in die Fliessgewässer und die Kulturlandschaft vorgenommen.

Aralkum: Die Verwüstung. Die dramatischen Folgen der Wasserentnahme für den Baumwollanbau zeigen sich beispielsweise eindrucksvoll in Usbekistan. Durch die Wasserentnahme aus den Zuflüssen des Aralsees ist das einstmals viertgrößte Binnengewässer der Erde heute in viele kleine Teile zerfallen und droht als Salzsteppe zu enden. Der östliche Teil ist bereits völlig ausgetrocknet und es entstand eine Wüste mit dem Namen Aralkum. Die intensive Wasserentnahme seit mehr als fünfzig Jahren gilt weltweit als eine der größten vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen – nicht zu vergessen die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen für die dort lebenden Menschen. Auch durch das in der Verarbeitung benötigte Prozesswasser entsteht ein weiterer Bedarf an blauem Wasser. Dieses liegt anteilig mit circa 17 % des gesamten blauen Wassers von Textilerzeugnissen allerdings deutlich niedriger als das beim Anbau benötigte blaue Wasser.


[ #VORkoster ]