Donnerstag, 11. Mai 2017

[ #ratgeber ] Greenpeace Austria: Fischratgeber 2016

Gütesiegel, wie sie verschiedene Hersteller auf ihre Produkte kleben, sind für eine Kaufentscheidung mit gutem Gewissen nicht aussagekräftig genug. Derzeit ist aus Greenpeace-Sicht keine Zertifizierung für Fischprodukte auf dem Markt, auf die der Verbraucher uneingeschränkt vertrauen kann.

Mit der Benützung des Fischratgebers kann der Verbraucher aktiv zum Schutz der Meere beitragen: Die Nachfrage bestimmt schließlich das Angebot – gelangt weniger Fisch aus überfischten Beständen oder geschwächten Ökosystemen in den Handel, haben diese die Möglichkeit, sich zu erholen. Außerdem gibt der Fischratgeber dem Verbraucher Informationen an die Hand, um an der Fischtheke oder im Restaurant gezielt nachfragen zu können. Gegebenenfalls kann man als Kunde seinen Supermarkt oder sein Lieblingsrestaurant dazu anzuhalten, das Angebot künftig nachhaltiger auszurichten.
Unsere Meere stecken tief in der Krise. Massive Überfischung hat zum Zusammenbruch vieler Fischbeständen geführt. 88 Prozent der europäischen Fischbestände sind überfischt. Beliebte Arten wie Tunfisch, Dorsch und Heilbutt sind schwer in Bedrängnis: Ihre Bestände sind weltweit bereits um 90 Prozent zurückgegangen. Industrielle Fangflotten plündern die Weltmeere, dringen in immer entferntere Gebiete und größere Tiefen vor. Als KonsumentInnen können wir gegen diesen Raubbau vorgehen: Essen Sie seltener und bewusster Fisch. Kaufen Sie Fisch aus gesunden Beständen, der mit schonenden Fangmethoden gefangen wurde (wie z.B. mit der Angel gefangener Tunfisch) oder aus nachhaltiger Aquakultur stammt.
Kein Freibrief. Der aktuelle Greenpeace-Fisch-Ratgeber bietet eine Übersicht, welche Fischarten bzw. Bestände grundsätzlich gemieden werden sollten und welche empfehlenswerter sind. Treffen Sie beim Fisch-Einkauf die richtige Wahl! Dennoch ist eine Empfehlung des Fischratgebers keine Unbedenklichkeitserklärung für ungebremsten Konsum. Auch bei der wohlwollenden Bewertung einzelner Wildfischereien und Aquakulturen rät Greenpeace grundsätzlich zu einem bedachteren Umgang mit Fisch als Lebensmittel.

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